Mashup, englisch to mash, meint „etwas Vermischen“, „Unterschiedliches miteinander verbinden“, ohne dass damit eine inhaltliche oder formale Einschränkung einhergeht. Mashup hat sich als Begriff eingebürgert für auditiv, visuell, audiovisuell „vermischte“ Neuarrangements, Collagen, Bricolagen in der Musik, in Videos, in Computerspielen, in der (aktuellen Medien-)Kunst, in der Architektur. Es handelt sich demnach um eine Verbindung heterogener Elemente, die etwas (scheinbar) Neues hervorbringen, zumindest etwas in einer neuen Qualität. Googelt man den Begriff Mashup, so werden dem Suchenden im September 2011 über 72 Millionen Ergebnisse, hauptsächlich musikorientierte Angebote im Internet, offeriert. Parallel dazu und darüber hinaus lassen sich beispielsweise durch konvergente mediale Entwicklungen auch Mashups in medialen Architekturen finden. Im Internet verbinden Websites unterschiedliche Elemente (beispielsweise Musik, Video, Hyperlinks oder die Programmierung betreffend) mit unterschiedlichen Funktionen miteinander. Dabei ist auffallend, dass sich in den Mashups stets – quasi selbstreferentielle – Verweise auf ihre Medialität finden lassen. Erste Schritte zur Analyse und Erfassung der Multiperspektivität von Mashups unternahmen Siegener Medienwissenschaftler, die Mashup-Medien unter den »Perspektiven der Netzkultur im 21. Jahrhundert« betrachten. Gleichwohl steht eine systematische medien- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen noch aus.
Diesem Mangel zu begegnen ist Zielsetzung der Tagung „Mashup. Theorie – Ästhetik –Praxis“. Ausgangspunkt ist hierbei die These, dass es einerseits zugrunde liegende mediale und kulturelle Techniken gibt, die diese Form des Mischgenres erst ermöglichen. Andererseits muss berücksichtigt werden, dass die mediale Kompetenz der User exponentiell angestiegen ist und weiter ansteigt, solche Mischformen zu entwickeln und zu nutzen. Der aktuellen BITKOM-Studie vom November 2010 „Jugend 2.0“ zufolge trauen es sich beispielsweise mittlerweile 28 Prozent der Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren selbst zu, am Computer Filme zu schneiden. Es ist also zu fragen, inwieweit es sich bei Mashups um eine qualitativ neue Form der Aneignung und/oder produktiven Auseinandersetzung mit medialen Angeboten geht. Welche wären das, wie kommen sie zustande und welche ästhetischen Qualitäten lassen sich beobachten? Gibt es eine Zukunft für Mashups?
Die Tagung fokussiert vier Leitthemen:
SEKTION 1 | THEORIEN
Schwerpunkte könnten u.a. sein: Theorien zur Mashups, ihre mediale und kulturelle Einordnung, Gegenständlichkeit und/oder Medialität hinsichtlich deren Bedeutung für die Medien- und Kulturwissenschaft; Grenzen und Möglichkeiten der Untersuchung von Mashups unter den Aspekten Technik, Medialität und Performativität.
SEKTION 2 | ÄSTHETIKEN
Schwerpunkte könnten u.a. sein: Mashups im Kontext der Konzeption einer Ästhetik des Digitalen; die Inszenierung und Präsenz von Körperlichkeit und Konzepte, die Narration, Strukturierung oder Raum betreffen.
SEKTION 3 | METHODEN
Schwerpunkte könnten u.a. sein: Methodische und systematische Zugänge zur Analyse von Mashups.
SEKTION 4 | PRAKTIKEN
Schwerpunkte könnten u.a. sein: popkulturelle Praxen; mediale Konvergenzen/Divergenzen im Kontext Analog/Digital; Schnittstellen des Wandels; Gesten und Techniken der Darstellung, der Inszenierung, der Performativität; Fragen des Urheber- und Medienrechts.
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Vortrag und Abstract
Vorträge à 30 Minuten
Abstract à 1500 Zeichen inklusive Leerzeichen mit Deckblatt (Name und Adresse des Autors bzw. der Autorin sowie kurzer wissenschaftlichen Werdegang inklusive Publikationen) bis zum 31. Januar 2012 zu senden an: info(at)zwf-medien.de
Die Rückmeldung zu den Abstracts erfolgt bis spätestens zum 20. Februar 2012. Ca. 6 Monate nach der Tagung erscheint ein Tagungsband in der Schriftenreihe „medienrausch“ mit allen Beiträgen.
Fragen zum Call for Papers und Kontakt zum Organisationsteam bitte per E-Mail an: info(at)zwf-medien.de
Kontakt zum Tagungsteam
Dr. Thomas Wilke | thomas.wilke(at)medienkomm.uni-halle.de
Judith Kretzschmar | jkretz(at)uni-leipzig.de
Markus Schubert | info(at)zwf-medien.de
ZWF Medien e.V.
c/o KONTUR 21 GmbH
Käthe-Kollwitz-Str. 60, 04109 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 47 82 712